Windparkbau in Kalkriese deutlich vor dem Zeitplan

von Ralf Große-Endebrock (Kommentare: 0)

Drei der Windräder bei Siemes Tannen werden als Bürgerwindpark und mögliche Geldanlage angeboten. Foto: Marcus Alwes

 

Sechs von zwölf Anlagen am Netz

 

Während der jüngsten Sitzung des Ortsrates ließ der Co-Geschäftsführer der Windpark GmbH, Ralf Finke, keinen Zweifel daran, dass die Errichtungsarbeiten im Bereich Siemes Tannen sehr zügig vorangehen. „Es gibt wenig Probleme. Wir liegen sehr gut in der Zeit und sind etwa sechs Wochen vor dem Zeitplan“, sagte der Kalkrieser Landwirt. Alle zwölf Räder (Investitionssumme 65 Millionen Euro) seien fertig errichtet, sechs der Riesen aus Stahl seien bereits ans Netz gegangen. Der Rest solle bis Anfang Juni folgen.

Finke: Nur für Bramscher

Im Sektor des Windparks hätten sogar schon erste Rückbau- und Sanierungsarbeiten an einzelnen Zufahrtswegen begonnen, so Finke. Der Geschäftsführer wehrte sich vor den Kommunalpolitikern aber zugleich gegen die unlängst erhobenen Vorwürfe einzelner Anwohner. Es stimme eben nicht, dass ein großer Teil der mehr als 60 Kommanditisten und Geldgeber der GmbH von außerhalb komme. „80 Prozent des hier eingebrachten Kapitals kommt von Privatpersonen aus Kalkriese beziehungsweise dem Stadtgebiet von Bramsche. Das ist also ein sehr, sehr hoher Anteil“, sagte Finke.

Und auch für jene drei Windräder, die künftig als sogenannter Bürgerwindpark ans Netz gehen , gebe es eine lokale Priorität. „Nur wer überhaupt im Postleitzahlbereich 49565 – also in Bramsche – wohnt, kann hier Geld einbringen und anlegen. Niemand von anderswo“, erläuterte er. Und unter diesen Bramscher Anlegern am Bürgerwindpark werde Interessenten aus dem Ortsteil Kalkriese sogar noch einmal ein Vorkaufsrecht zugestanden. „Genauso wollten wir es immer, genauso haben wir es immer gesagt, genauso machen wir es jetzt“, stellte Finke fest.

Testphase für Lichter

Auch auf die Kritik an zu hell leuchtenden Warnlichtern (sogenannte Befeuerung) an den Windrädern ging der Landwirt ein. „Aktuell läuft über mehrere Wochen die Phase der Inbetriebnahme. Die Lichter werden da zunächst immer wieder auf Höchstleistung gefahren“, so Finke, „das irritiert momentan. Aber demnächst wird das nicht mehr so sein.“ Die Befeuerungsanlagen würden dann sehr häufig viel dunkler scheinen.

Zudem hätte die Windpark-GmbH eine technische Nachrüstung (radargesteuerte, abschaltbare Befeuerung) der Räder nicht aus den Augen verloren.

Finke forderte die Bürger und Ortspolitiker auf, bei Fragen oder Kritik direkt an ihn oder andere Mitglieder der Betreiber-Gesellschaft heranzutreten : „Wir stehen immer zur Verfügung und können dann Antworten und Auskünfte geben.“ Ihm und den Windparkverantwortlichen sei an einer sachlichen Debatte im Ort gelegen.

 

Die Räder in Kalkriese sind einer von insgesamt fünf Windparks, die momentan links und rechts der L78 gebaut bzw. geplant werden . Insgesamt sollen hier – Stand heute – 36 oder 37 Windräder (alle in der Spitze 200 Meter hoch) entstehen. Die gesamte Investitionssumme der fünf Betreibergesellschaften wird am Ende aller Errichtungsarbeiten zwischen 180 und 200 Millionen Euro liegen.

 

Ein Artikel von Marcus Alwes

http://www.noz.de/lokales/bramsche/artikel/713482/windparkbau-in-kalkriese-deutlich-vor-dem-zeitplan

Quelle: NOZ Bramscher Nachrichten

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